Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder zur Vakanzsituation

Thu, 18 Feb 2021 13:14:02 +0000 von Johann Buschmann

Liebe Leserinnen und Leser,
vor genau einem Jahr ist Pastorin Cornelia Harms in einem feierlichen Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet worden. Ich erinnere mich noch gut an die übervolle Kirche und das riesige Büffet beim anschließenden Empfang. Wer hätte damals gedacht, dass die Welt nur vier Wochen später eine andere werden würde. 
Nach meinem Eindruck ist die Gemeinde trotz der schwierigen Umstände der Corona-Pandemie gut durch dieses herausfordernde Jahr gekommen. Dies ist zum einen dem sehr engagierten Kirchenvorstand zu verdanken. Aber auch die Pastor*innen der Nachbarschaft und insbesondere Pastor Schwarz, der die Beerdigungen und einen Teil der Gottesdienste übernommen hat, haben dazu beigetragen. Dafür bin ich allen Mitarbeitenden sehr dankbar. Sie machen dies wirklich großartig wie die positiven Rückmeldungen zeigen.
Dennoch fragen sich viele Gemeindeglieder, wie es mit der vakanten Pfarrstelle weitergeht. Dies ist im Moment noch nicht absehbar. Die pfarramtliche Begleitung wird wohl in den nächsten beiden Jahren in der jetzigen Konstellation fortgesetzt. Zumindest für diesen Zeitraum ist von einer Neubesetzung der Pfarrstelle Sudwalde nicht auszugehen.
Wie es danach weitergeht, wird derzeit durch die Kirchenvorstände der Region (Sudwalde, Bassum und Nordwohlde) diskutiert. In einem Zukunftsprozess beraten sie, wie die künftige Personalverteilung in der Region ab 2023 aussehen soll. Dabei werden auch die Einsparvorgaben zu berücksichtigen sein, die der Kirchenkreis für den Planungszeitraum 2023-2028 angesichts zurückgehender Kirchensteuereinnahmen umsetzen muss. Ich gehe davon aus, dass jede Region des Kirchenkreises bis 2028 ungefähr eine Pfarrstelle einsparen muss – die genauen Zahlen werden derzeit durch den Stellenplanungsausschuss des Kirchenkreises vorbereitet. 
Wie diese Einsparung umgesetzt und gestaltet werden kann, wird nicht vom Kirchenkreis oder gar dem Superintendenten, sondern von den Kirchenvorständen der Region entwickelt. Gemeinsam wird von diesen beraten, wie man durch eine noch engere Zusammenarbeit Synergien erzielen kann, wo Schwerpunkte gesetzt und auch neue Themen berücksichtigt werden. Wie viele Pfarr- oder Mitarbeiterstellenanteile brauchen wir an welchem Ort? Welche Aufgaben können vielleicht auch durch andere bezahlte oder ehrenamtlich Mitarbeitende übernommen werden? Auch die Frage, ob das Pfarrhaus in Sudwalde im neuen Planungszeitraum noch einmal besetzt wird, ist derzeit unklar, so dass sich eine Vermietung nahelegt. Die Gemeinde kann aber davon ausgehen, dass es im neuen Planungszeitraum eine Pastorin oder einen Pastoren geben wird, der für Sudwalde mit einem entsprechenden Stellenanteil zuständig sein wird und sie pfarramtlich begleiten wird. 
Ein Konzept wird derzeit wie gesagt unter den Gemeinden der Region beraten – wobei die Gespräche durch den Lockdown derzeit unterbrochen sind. Die Ergebnisse dieser regionalen Beratungen fließen in die Stellen- und Finanzplanung des Kirchenkreises ein. Sie werden in etwa einem Jahr durch die Kirchenkreissynode (dem „Parlament“ des Kirchenkreises) beschlossen. 
Für die Kirchenvorstände der Region ist die Entwicklung eines gemeinsamen Personal- und Aufgabenkonzepts eine große Herausforderung. Gleichzeitig erlebe ich, dass zwischen den Kirchenvorständen Sudwalde, Bassum und Nordwohlde bereits viel Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit gewachsen sind. Ich bin zuversichtlich, dass sich auf dieser Basis eine gute Zukunft der kirchlichen Arbeit in Sudwalde und der ganzen Region entwickeln kann. 
 
                                                          Herzliche Grüße
 
                                                          Dr. Jörn-Michael Schröder, Superintendent
Quelle: Dr. Jörn-Michael Schröder